Anlässlich des 25. Juni – dem Tag der Erstveröffentlichung von Anne Franks Tagebuch – blickt das Instituto Ballester auf einen besonderen Ausflug zurück, den alle 5. Klassen der Sekundarschule am 4. Juni unternommen haben. Ziel waren zwei bedeutende Erinnerungsorte in Buenos Aires: das Centro Ana Frank und die Stolperschwelle an der Pestalozzi-Schule.
Im Spanischunterricht beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler derzeit mit literarischen Werken über das Leben in autoritären Regimen, darunter Persepolis sowie Auszüge aus dem Tagebuch von Anne Frank. Der Besuch bot die Gelegenheit, diese Themen außerhalb des Klassenzimmers zu vertiefen und Geschichte auf anschauliche Weise zu erleben.
Im Centro Ana Frank wurde den Jugendlichen von engagierten jugendlichen Freiwilligen das Leben Anne Franks und ihrer Familie nähergebracht. Ein besonderer Höhepunkt der Führung war die Nachbildung des Verstecks in Amsterdam. Die engen Räume vermittelten den Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll, unter welchen Bedingungen Anne Frank und die anderen Untergetauchten über zwei Jahre leben mussten.
Nach einer Pause auf der Plaza Castelli führte der Weg zur Pestalozzi-Schule. Dort wurden die Klassen von der Rektorin der Sekundarstufe, Frau Silvana de Ingeniis, begrüßt. Zwei Schülerinnen und ein Schüler der Schule erläuterten die Geschichte und Bedeutung der Stolperschwelle, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert.
Zum Abschluss legten die Klassensprecherinnen und Klassensprecher der vier 5. Klassen jeweils eine weiße Rose nieder. Die Geste erinnerte an die studentische Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ um Sophie Scholl und setzte zugleich ein Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung. Der Besuch machte deutlich, wie wichtig Erinnerungskultur für eine demokratische und tolerante Gesellschaft ist.
Alexander Coursow
Lehrer für Geschichte und Deutsch
DFU Koordinator